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<title>Koile</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Koile</span></h1>
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<p><b>Koile</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a></span> <span lang="grc-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">Κοίλη</span> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261937631">
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</style><span class="Latn" lang="grc-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">Koílē</span> „Talgrund“) war in der Antike einer der dichtest besiedelten <a href="Demos" title="Demos">Demen</a> der Stadt <a href="Athen" title="Athen">Athen</a>. Er gehörte nach den <a href="Kleisthenische_Reformen" title="Kleisthenische Reformen">Reformen des Kleisthenes</a> zunächst zur <a href="Phyle" title="Phyle">Phyle</a> Hippothontis, in dieser zur <a href="Trittys" title="Trittys">Trittys</a> („Drittel“) <i>asty</i> („Stadt“) Peiraeus und lag teilweise innerhalb und außerhalb der <a href="Themistokles" title="Themistokles">Themistoklischen</a> Stadtmauern westlich der <a href="Akropolis_(Athen)" title="Akropolis (Athen)">Akropolis</a>. Von 307/6 v. Chr. bis 201/0 v. Chr. wurde er der Phyle <a href="Demetrias_(Phyle)" title="Demetrias (Phyle)">Demetrias</a> zugeordnet, bevor er wieder zur Hippothontis zurückkehrte. Der Demos stellte drei Mitglieder für den Rat der 500 (<a href="Bule" title="Bule">Bule</a>).
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lage">Lage</h2></div>

<p><a href="Herodot" title="Herodot">Herodot</a> berichtet, dass an der Koile-Straße (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a></span> <span lang="grc-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">διὰ Κοίλης</span> = <i><a href="Hohlweg" title="Hohlweg">Hohlweg</a></i>) beim Tor <i>Dipylon über den Toren</i> in der <a href="Diateichisma" title="Diateichisma">Diateichisma</a> das Grab des <a href="Kimon_(Olympiasieger)" title="Kimon (Olympiasieger)">Kimon</a>, als Teil der sogenannten <a href="Kimoneia" title="Kimoneia">Kimoneia</a>, lag. Ihm gegenüber sollen seine Rosse, mit denen er dreimal in Folge die <a href="Olympische_Spiele_der_Antike" title="Olympische Spiele der Antike">Olympischen Spiele der Antike</a> gewann, begraben sein.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In seinem Grab wurde später <a href="Thukydides" title="Thukydides">Thukydides</a> beigesetzt. Die Straße führte vom Eingang der <a href="Akropolis_(Athen)" title="Akropolis (Athen)">Akropolis</a> nach Westen zwischen dem <a href="Philopapposh%C3%BCgel" title="Philopapposhügel">Musenhügel</a> und der <a href="Pnyx" title="Pnyx">Pnyx</a> durch das Tor <i>Dipylon über den Toren</i>. Von hier folgte die Straße dem Taleinschnitt zwischen Musenhügel und Nymphenhügel. In der Ebene angekommen führte sie durch ein Tor in der Themistoklischen Stadtmauer und führte zwischen den <a href="Lange_Mauern" title="Lange Mauern">Langen Mauern</a> nach <a href="Pir%C3%A4us" title="Piräus">Piräus</a>. Es handelte sich um den wichtigsten Handelsweg Athens, der dank der Langen Mauer auch in Kriegszeiten zur Verfügung stand. Der Demos Koile erstreckte sich von dem Tor <i>Dipylon über den Toren</i> entlang der Koile-Straße bis vor das Tor in der Themistoklischen Stadtmauer. Im Nordosten lag der Demos <a href="Melite_(Demos)" title="Melite (Demos)">Melite</a>, im Osten der Demos <a href="Kollytos" title="Kollytos">Kollytos</a> und im Norden der Demos Keiriadai.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>
<p>Westlich des Grabes des Kimon ist die Straße auf etwa 500&nbsp;m ausgegraben. Die Straße ist in den Fels geschlagen und verfügt teilweise über Spurrillen zur Führung der Wagen und über kleine Rinnen zum Abführen des Regenwassers. Sie war zwischen 8 und 12&nbsp;m breit und erweiterte sich im unteren Teil zeitweise auf 21&nbsp;m. Zu beiden Seiten der Straße fand man in den Fels geschlagene Fundamente für öffentliche Gebäude, Wohnhäuser und Geschäfte sowie künstliche Rinnen, um das Regenwasser abzuführen. Wegen der in den Fels eingetieften Treppen wurde der Bereich auch <i>Skalakia</i> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Neugriechische_Sprache" title="Neugriechische Sprache">griechisch</a></span> <span lang="el-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">Σκαλακία</span> = <i>kleine Treppe</i>) genannt. Am westlichen Ende der Straße Antaiou im <a href="Athen" title="Athen">Athener</a> Ortsteil Asyrmatos fand man einen antiken monumentalen Brunnen. Man vermutet, dass sich in dessen Nähe das Tor in der Themistoklischen Stadtmauer befand.
</p>

<p>Von der <a href="Archaik" title="Archaik">Archaischen</a> bis in die <a href="Griechische_Klassik_(Kunst)" title="Griechische Klassik (Kunst)">Klassische Zeit</a> (6.–4. Jahrhundert v. Chr.) florierte Koile. Nach dem Bau der Diateichisma um 330 v. Chr. lag der Demos außerhalb der Stadtmauern und wurde über die Jahre von seinen Einwohnern verlassen. In <a href="Antikes_Griechenland#Griechenland_in_hellenistischer_Zeit_(336–30_v._Chr.)" title="Antikes Griechenland">Hellenistischer Zeit</a> wurde die Straße verschmälert und am Straßenrand wurden Gräber errichtet. In der folgenden römischen Epoche wurde die Straße weiter verschmälert und weitere Grabmonumente errichtet. Aus beiden Epochen sind heute in den Fels getriebene Kistengräber sichtbar. Im 19. Jahrhundert wurde in dem Tal die alte Marineschule errichtet. 1922 wurde hier eine Flüchtlingssiedlung für griechische Flüchtlinge aus <a href="Antalya" title="Antalya">Antalya</a> errichtet. Die Siedlung wurde nach der Funkantenne, die hier stand, Asyrmatos (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Neugriechische_Sprache" title="Neugriechische Sprache">griechisch</a></span> <span lang="el-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">Ασύρματος</span> = <i>Funkanlage</i>) genannt. 1939 wurde unter der Diktatur des <a href="Ioannis_Metaxas" title="Ioannis Metaxas">Ioannis Metaxas</a> im unteren Bereich des Tales der Bau eines etwa 100&nbsp;m breiten Theaters nach antikem Vorbild begonnen. Der Bau des sogenannten Bastia-Theaters wurde jedoch durch den <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> unterbrochen und so wurde es nie fertiggestellt. 1998–2004 wurden im Tal zwischen Nymphen- und Musenhügel Ausgrabungen durchgeführt und durch Rückbau der Naturraum wieder hergestellt. 2001 wurden die Ruinen des Bastia-Theaters abgerissen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Hans_Lohmann_(Arch%C3%A4ologe)" title="Hans Lohmann (Archäologe)">Hans Lohmann</a>: <i>Koile.</i> In: <i><a href="Der_Neue_Pauly" title="Der Neue Pauly">Der Neue Pauly</a></i> (DNP). Band 6, Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01476-2, Sp.&nbsp;630.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Deme_of_Koile?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Koile</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://city-of-athens.com/koilon-depression-of-koile-ancient-municipality/athens-sights/365.html">Koilon (depression) of Koile ancient municipality</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Herodot, <i>Historien</i> 6,103.</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">37.968611111111</span><span class="longitude">23.716388888889</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:37.968611111111,23.716388888889"><span title="Breitengrad">37°&nbsp;58′&nbsp;7″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">23°&nbsp;42′&nbsp;59″&nbsp;<abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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